User Tools

Differences

This shows you the differences between two versions of the page.

Link to this comparison view

Both sides previous revisionPrevious revision
Next revision
Previous revision
anchovis [2025/04/11 17:23] martinanchovis [2026/04/23 08:20] (current) martin
Line 1: Line 1:
 ====== Anchovis ====== ====== Anchovis ======
  
-Eine Geschichte, die sich in den 90er Jahren bei uns in Eckernförde am Jungfernstieg abgespielt hat.+{{:fiete_daniel_-_anchovis.mp3}}
  
-Ein alter Fischermann war mit seinem Sohn eines Tages durch, auf ihrem Standplatz am Jungfernstieg ihre Buttgerte aufzuhängen, das waren Hein und sein Sohn Krischan. 
  
-Da kam von der Toterbarg her ein Bauer mit seinem Fuhrwerk nach dem Jungfernstieg und hielt genau gegenüberwo die beiden bei ihren Netzen waren. Der Bauer stieg von seinem Wagen, ging zu den beiden Fischermännern hin und begrüßte sie mit einem „Guten Tag“.+Een Geschichtde sick in de 90-iger Johr bi uns in Eckernföör an den Jungfernstieg afspeelt hett.
  
-Der alte Heinder immer vergnügt und voll Dummheiten warantwortete ihm mit: „Guten Tag“ dem Bauern.+Een ool Fischermann weer mit sien Söhn eenes Doogs doorbiop ehr Stöttenplatz an Jungfernstieg ehr Büttgoorn optohängndat weern Hein und sien Söhn Krischan.
  
-Der Bauer fing gleich anvon dem zu erzählen, was ihm am Herzen lagEr sagte zu dem alten Heindass er für sein Leben gern mal Anchovis möge, die zu Ei und Butterbrot gut schmecken. Jedes Mal, wenn er zur Stadt komme, nehme er von seinem Höker am Goosmarkt einen und auch mal zwei Gläser Anchovis mit nach Hause. Doch heute hätte sein Höker keinen mehr gehabt, gab ihm aber den Rat, ich solle mal zum Jungfernstieg hinuntergehen und sehen, dass ich mit einem Fischer sprechen könne, denn die machten um diese Zeit ganze Steintöpfe voll Anchovis für sich selbst ein.+Door keem vun de Toterbarg her een Buer mit sien Fohrwark noh den Jungfernstieg un heel liek gegenöberwo de Beiden bi ehr Netten weernDe Buer steeg vun sien Wooggüng noh de beiden Fischermann hin und begroot se mit een „Goden Dag“.
  
-Deshalb möchte ich mal fragenwie das mit einem Topf voll wäre. Natürlich nicht umsonst, das soll mir nicht an Speck, Eier und Butter ankommendenn für was, ist was und eine Hand wäscht die andere. Übrigens will ich mich erstmal bekannt machenman nennt mich Hans Bauer.+De ool Heinde ümmer vergnöögt und vull Dummtüüg weerantwurt em mit: „Goden Dag“den Buern.
  
-Der alte Hein meintedann sag zu mir man Hein und das ist hier mein Sohn Krischanwo du uns hier eben langWenn du gern Anchovis magstwill ich dir zu Gefallen einen Topf voll durchgebenBesorg dir man einen großen Steintopf und bring ihn hier man herdann läuft das andere sich all trecht. Wenn du nächste Woche wieder nach Stadt kommstkannst du dir den Topf mit Anchovis abholen.+De Buer fung glieks anvun dad to vertellnwat em ant Hart leegHe see to den ool Hein, dad he för sien Leven geern mol Anchovis müchde deen to Ei un Bodderbrot good schmeckenJedesmolwenn he to Stadt keemnehm he vun sien Höker ant Goosmarkt een un ok mol twee Glääs Anchovis mit noh Huus. Doch hüüt harr sien Höker keen mehr hatt, geew mi ober den Root, ick sull mol noh den Jungfernstieg dool gohn und sehn, dad ick mit een Fischer sprechen kunn, denn de mokten üm düsse Tied ganze Steenpütt vull Anchovis för sick sülm in.
  
-Der Bauer kam dann ja auch bald mit einem großen Steintopfdie Anchovis wollte er sich ja nicht aus der Nase gehen lassen.+Deshalb müch ick mol frogen, wie dad mit een Putt vull weer. Natürli ni ümsunst, dad sall mi ni an Speck, Eier und Bodder ankomen, denn een Hand wascht de anner. Übrigens will ick mi erstmol bekannt mokenman nennt mi Hans-Buer.
  
-Als der Bauer wegfuhrmeinte der alte Hein zu seinem Sohn: Morgen frühwenn die Waden einen Fang an Breedeln (Sprotten) habensorgst du dafürdass du welche von dem Bestickfisch kriegst, damit der Bauer zu seinen Anchovis kommtEr soll einen Topf voll habendie sich kämmt und gewaschen hat, dass er seine Nase voll kriegt.+De ool Hein meendenn segg to mi man Hein un dad is hier mien Söhn Krischanwohn doot wi hier eben lang. Wenn Du geern Anchovis mogstwill ick di to Gefallen een Putt vull doorvun inmoken. Besörg di man een groot Steenputt un bring em hier man herdenn löppt dat anner sick all torechtWenn Du nähste Wuch werr nah de Stadt kümmstkannst du di de Putt mit Anchovis afholn.
  
-Die Breedelndie Krischan besorgt hatte, musste er einsalzen, wie sich das gehört. Nach ein paar Tagen wurden sie dann mit Stake sein Anchovis-Gewürz nach richtiger Hausmanns-Art eingemacht. Aber Hein hatte sich diesmal was besonderes mit den Anchovis ausgedacht. Er wollte den Bauern mal düchtig anschmieren, darum schickte er Krischan zur Tobaksfabrik Spethmann. Er sollte für ein paar Groschen ein Marmeladenglas voll Kautabaksoße holen.+De Buer keem denn jo ok bald mit een groot Steenputtde Anchovis wull he sick jo ni ut de Nees gohn loten.
  
-Krischander die Soße nicht kanntefragte seinen Vaterwas er mit der Kautabaksoße wolle. Er bekam nur die Antworter soll den Mund halten und vor allen Dingen nichts zu seiner Mutter sagenDie Soße gehört zu einem besonderen Rezept. Krischan aber hatte Müheer kannte seinen Vater!+As de Buer wegfohrt weermeen de ool Hein to sien Söhn: „Morgen fröhwenn de Waaden een Fang an Breedeln (Sprotten) hebbtsühst todat du welk vun't Bestickfisch kreegen deihst, doormit de Buer to sien Anchovis kümmtHe sall een Putt vull hemmde sick kämmt un wuschen hett, dat he sien Nääs doorvun vull kriegen deiht.“
  
-Bei vierzehn Tagen kam der Bauer wieder und wollte nach seinem Anchovis-Topf sehenEr hatte einen großen Spankorb mit, da musste allerhand drin sein, denn er trug teuflisch schwer daran. Und das war auch soDer Bauer packte den Korb auf den Tisch und ein ändliches Stück SchweinebratenRäucherspeck, Mettwurst, Leberwurst, Käse, Butter und ein Stieg Eier kamen zum Vorschein.+De Breedeln, de Krischan besorgt harr, müss he insolten, wie sick dat gehör. Noh een poor Doog wurrn se denn mit Staak sien Anchovis-Gewürz noh richtige Huusmanns-Art inmoktOber Hein harr sick dütmol wat besünners mit de Anchovis utdachtHe wull de Buer mol düchdig anschietendorüm schick he Krischan noh de Tobaksfabrik Spethmann. He sull för een poor Groschen een Marmeladenglas vull Kautabakssooß holen.
  
-Der Bauer hatte sich verdorri nicht lumpen lassen. Und er sprach beim Auspacken bloß von seinen Anchovis. Krischan hatte dabei ein ganz rotes Gesicht bekommenEr war doch der Einzigeder von dem Geheimrezept wusste.+Krischan, dee de Sook 'n beten Spanisch vörkamen, froog sien Vadder, wat he mit de Kautabakssooß wullHe kreeg nur de Antwurthe sull de Mund hooln un vör allen Dingen nix to sien Modder segg'nDe Sooß gehör to een besünners Rezept. Krischan ober harr Müüs markt, he kenn sien Vadder!
  
-Seine Mutter sagte noch so zum Bauernsie hätte ihm ja einen großen Topf voll gemachtda konnte er sich ja recht an plegenKrischan musste den großen Steintopf aus dem Keller holenDas war auch höchste Zeitdenn ihm zitterten und flogen die Hände vor lauter Angst.+Bi veerteihn Doog keem de Buer werr un wull noh sien Anchovis-Putt sehn. He harr een grooten Spoonkorf mitdoor müss allerhand binn siendenn he droog teemlich schwoor dooranUnd dad weer ok soDe Buer packt de Korf op den Disch un een örndlich Stück SwiensbrodenRökerspeck, Mettwuss, Leberwuss, Kaas, Bodder un en Stieg Eier keemen to’n Vörschien.
  
-Seine Mutter meinte, der Steintopf wäre wohl sehr schwerDa lag ja auch der große Stein obenaufDer war dazu da, mit seinem Gewicht die Anchovis unter der Lake zu haltendamit sie nicht schlecht würden.+De Buer harr sick verdorie nie lumpen lotenUn he schnackt bi't Utpacken blooß vun sien AnchovisKrischan harr doorbi een ganz rooden Kopp kreegen. He weer doch de Eenzigede vun dat Geheemrezept wüss.
  
-Als der Bauer den Topf in den Händen hatteschnupperte er daran herumals wenn das Apartes wäreDann kriegte er das bannig hild, als wenn er bang um seinen Topf Anchovis wäreKrischan und seine Mutter bewunderten all den Kramder da auf dem Tisch lag.+Sien Modder see noch so to de Buerse harr em jo een groten Putt vull inmoktdoor kunn he sick jo recht an plegenKrischan müss de grote Steenputt ut de Keller holnDad weer ok höchste Tieddenn em zittern un flogen de Hänn vör luter Angst.
  
-„JungeJunge“, sagte Krischan, und das alles für einen Topf Anchovis mit Kau... – er biss sich gleich auf die Zunge. Da hätte er sich doch bald verplappert und da kam auch schon sein Vater in die Türgrinste sich einenals er die vielen Sachen auf dem Tisch liegen sah.+Sien Modder meende Steenputt weer wull heel swoorDoor leeg jo ok de grote Steen bobenopDe weer doorto doormit sien Gewicht de Anchovis ünner de Look to hoolndoormit se ni schlecht würrn.
  
-Von der Seite schielte er Krischan noch mal an: Hast doch nichts verratenKrischan? Das war KautabaksoßeDas wird hoffentlich keinen krank von werden. Das schlechte Gewissen kam ihm aber nur, wenn er all den guten Kram auf dem Tisch stehen sahSonst war er mit seinen Kreihnschiet nicht so fienfühlig.+As de Buer de Putt in de Hänn harrsnubber he dooran herüm, as wenn dat aparts weerDenn kreeg he dad banni hildas wenn he bang üm sien Putt Anchovis werrKrischan un sien Modder bewunnern all de Kroom, de door op de Disch leeg.
  
-Drei Wochen späterHein und Krischan waren groß dabei und nahmen ihre Buttgerte von der Stätte ab. Krischan mit einem Mal rief: „Vaterder Bauer kommt!“+„JungeJunge,“ see Krischan, un dad alles för een Putt Anchovis mit Kau... – he beet sick gau op de Tung. Door harr he sick doch bald verplappert un door keem ok schon sien Vadder in de Döörgrien sick een, as he de veelen Soken op de Disch liggen seh.
  
-Wo?“ fragte der alte HeinEr war rein aufgeregt. „Dort bei Schlachter Sauer an der Ecke steht er mit seinem Spankorb unterm Arm zu schnackenOb er uns wohl was mitgebracht hat?“+Vun de Siet luer he Krischan noch mol an: Hess doch nix verroot, KrischanDat weer Kautabakssooß. Dat door hoffentlich keen krank vun würr.“ Dat schlechte Gewissen keem em ober nur, wenn he all de gude Kroom op de Disch stohn sehSunst weer he mit sien Kreihnschiet ni so fienföhlig.
  
-„AchJung, tu doch niSag du man zu ihmwenn er herkommt, dass ich an der Brücke bin. Ich stell mich so lang, bis die Luft rein ist, hinter Hein Scheller seinen Teerbude.+Dree Weken laterHein un Krischan weern grood bi un nehmen ehr Büttgoorn vun de Stötten afKrischan mit eenmol reep: „Vadderde Buer kümmt!
  
-Er war auch man eben weg und hatte sich versteckt, da kam der Bauer nach der Stätte hin, Krischan bebte die Box vor AngstEr war wütend über seinen Vater, dass der ihn aus Feigheit das Problem mit der Kautabaksoße aufladen hatte.+„Wo?“ frogt de ool HeinHe weer rein opgeregt. „Door bi Schlachter Sauer an de Eck steiht he mit sien Spoonkorf ünnern Arm to snackenOb he uns werr wat mitbröcht hett?“
  
-Er sagte gleich: Guten TagBauermein Vater ist nicht hierer ist an der Brückewird aber bald wohl wieder kommen.“+AchJungtühn doch ni. Segg du man to emwenn he herkümmt, dat ick an de Brüüch bünn. Ick stell mi so lang, beet de Luft rein isachter Hein Scheller sien Teerbude.“
  
-„Das macht nichts“, sagte der Bauer. „Ich will man bloß sagendass die Anchovis ganz großartig schmecken tun. So gutwie man sie in keinem Laden kaufen kannIch habe zu meiner Frau gesagt, man kann doch schmecken, dass die kleinen Dinger von einem Fachmann eingemacht sind, der weiß doch, wie sie am besten schmecken. Ja, mein Sohn, ich sag dir, die sind so lecker und zart und mehrdass so wie Butter auf der Zunge schmölt.+He weer ok man eben weg un harr sick verstekendoor keem de Buer noh de Stötten doolKrischan beewer de Büx för AngstHe weer wütend öber sien Vadderdat de em ut Feigheit dat Problem mit de Kautabakssooß oploden harr.
  
-Meine Frau und ichwir Knecht und Kööksch sind so schlimm durchals kleine Kinder nach dem Honniepott. Wenn wir so bei bleibt zu naschen, dann sind sie bald alle. Deshalb bin ich hier, um mit deinem Vater zu sprechenwie das mit noch so einem Topf voll wäre, ich habe auch wieder etwas mitgebracht. Bring den Korb man nach deiner Mutter rein und pack den Kram man aus.“+He see gau: Goden DagBuermien Vadder is ni hier, he is an de Brüüchwart ober bald werr komen.“
  
-Krischan war rein die Luft weggebliebenals er hörtewas der Bauer ihm alles daher erzählteDas halbe hatte er man kapiert und zu Kopf gekriegtEr schielte man bloß nach der Teerbudewo sein Vater sich versteckt hatte.+„Dat mokt nix,“ see de Buer. „Ick wull man blooß seggendat de Anchovis ganz grootordig smecken dohtSo good, wie man se in keen Loden kopen kannIck heff to mien Fru seggt, man kann doch smecken, dat de lütt Dinger vun een Fachmann inmokt sünd, de weet doch, wie se am Besten smeckt. Jo, mien Söhn, ick segg di, de sünd so lecker un zart un möhrdat so wie Bodder op de Tung smöölt.
  
-Als der Bauer von Korb nach Haus bringen“ sprachda wurde Krischan ganz hiddelig. So nahm er gleich den Korb und hielt abSchaute sich aber noch mal um nach der TeerbudeDa sah erwie sein Vater achter raus kam und nach der Stätte gingwo der Bauer noch stand.+Mien Fru un ickwi Knecht un Kööksch sünd so schlimm doornoh, as lütt Kinner noh den HonniepottWenn wi so bi bliewt to naschen, denn sünd se bald allDeshalb bün ick hierüm mit dien Vadder to snackenwie dat mit noch son Putt vull weer, ick heff ok werr 'n beten mitbröchtBring de Korf man noh dien Modder rin un pack de Kroom man ut.“
  
-Krischan war mit einem Mal tomodals wäre ihm die große Steen vom Anchovistopf vom Herzen gefallenund er freute sich über den schweren Korb und für alleswas da drin war.+Krischan weer rein de Luft wegblebenas he hörwat de Buer em all door vertelln deh. Dad halwe harr he man kapeert un to Kopp krigen. He luer man blooß noh de Teerbudewo sien Vadder sick versteken harr.
  
-Der alte Heinder achter der Teerbude stand, hatte alle Augenblick um die Ecke nach dem Bauern und Krischan gegucktEr dachte bloß immer, ob da wohl was scheef gehen würdeEr hatte keine Ruh mehr und meinte zu sich selbst: „MenschHeinwas bist du doch für ein kümmerlicher Kirl, hast immer all so Kreihnschiet für und dann stehst du nicht mal für dein Undöög groodVerkrüppst dich achter der Teerbude und lässt deinen Jung das ausbroodn.“+As de Buer vun „Korf noh Huus bringen“ snacken dehdoor wurr Krischan ganz hiddeligSo nehm he gau de Korf un huul afKeek sick ober noch mol üm noh de Teerbude. Door seh hewie sien Vadder achter rut keem un noh de Stötten güngwo de Buer noch stünn.
  
-Er hatte da auch ebenso übernohdacht, da sah er, dass Krischan mit dem Korb nach Haus zuging. Da wusste erdass alles in Ordnung war. So ging er hin nach der Stätte hin und begrüßte den Bauernals wenn er von der Brücke gekommen wäre.+Krischan weer mit eenmol tomood, as weer em de große Steen vun de Anchovisputt vun’t Hart fullenun he freu sick öber den swöören Korf un för allenwat door binn weer.
  
-Der Bauer aber fing gleich an von den Anchovis und erzählte ihm, wie fein sie die schmecken täten. Und ol Hein hörte niep zu. „Mein lieber Bauerdu wüsstest man wissen, wie ich dich angesmeert habemit der Kautabaksoße mang deinen AnchovisHättest du das gewusstwäre dein Lobgesang wohl nicht so rosig ausgefallen“aber auch dachte der ol Hein, „warum sollen die Anchovis mit Kautabaksoße nicht schmecken? Das ist doch reiner Kramein bisschen Plummsaft mit Sirup und was da sonst noch mang ist, krank geworden von Kautabak ist doch noch kein Mensch.“+De ool Hein, de achter de Teerbude stünnharr alle Ogenblick üm de Eck nah de Buer un Krischan keekenHe dacht bloß ümmerob dor wohl wat scheef gohn weer. He harr keen Ruh mehr un meen to sick sülm: „Mensch, Hein, wat bist du doch för een kümmerlichen Kirlhess ümmer all son Kreihnschiet för un denn steihst door ni mol för dien Undöög grood. Verkrüppst di achter de Teerbude un löttst dien Jung dat utbroodn.“
  
-Und schmecken müssen die Dinger jasonst hätte der Bauer doch nicht so ein Palaver davon gemachtDer blieb dann auch bei zu sabbelnUnd toletzt fragte er dann Heinwie das denn wäre mit noch einem Topf voll Anchovis.+He harr door man ebenso öbernohdachtdoor see he, dat Krischan mit de Korf noh Huus togüngDoor wüss he, dat allns in Ordnung weerSo güng he hin noh de Stötten dool un begrüß de Bueras wenn he vun de Brüüch komen deh.
  
-„Jo“sagte Hein, „besorg dir man wieder einen Steintopf und bring ihn herBei Gelegenheit wäre ich dir den Topf vollmachen. Und wenn du zur Stadt kommstfragst mal vorWenn der Topf voll istdann nimmst ihn mit.“+De Buer ober fung glieks an vun de Anchovis un vertell emwie fein se denn smecken dehn. Un ol Hein hör niep to„Mien leewe Buer, du susst man wetenwie ick di ansmeert heff, mit de Kautabakssooß mang dien AnchovisHarrst dad wetenweer dien Loffgesang wohl ni so rosig utfulln,“ ober ok dach de ol Hein, „warüm sulln de Anchovis mit Kautabakssooß ni smecken? Dat is doch reinen Kroom, n beten Plummsaft mit Sirup un wat door sünst noch mang is, krank wurrn vun Kautabak is doch noch keen Minsch.“
  
-„Das tu ich“sagte der Bauer.+Un smeckt mööt de Dinger jo hemmsünst harr de Buer doch ni son Palaver dorvun mokt. De bleef denn ok bi to sabbeln. Un toletzt froog he denn Hein, wie dad denn weer mit noch een Putt vull Anchovis.
  
-Wieldess kam Krischan mit dem Korb anEr bedankte sich hartlich von seiner Mutter aus für das Mitgebrachte.+„Jo,“ seggt Hein, „besorg di man werr een Steenpott un bring em herBi Gelegenheit warr ick di den Putt vullmoken. Un wenn du to Stadt kümmst, frogst mol vör. Wenn de Putt vull is, denn nimmst em mit.
  
-Das ist alles in Ordnung, sagte der Bauer, „zu danken habe ich.+Dad doo ick,“ see de Buer.
  
-So ging er denn ab.+Wieldess keem Krischan mit de Korf an. He bedank sick hartli vun sien Modder ut för dad Mitgebröchte.
  
-Der Bauer hatte seinen zweiten vollen Topf bekommendiesmal aber ohne Kautabaksoßedenn das Risiko wollte er lieber nicht noch einmal eingehen.+„Dat is all in Ordnung,“ see de Buer„to danken heff ick.
  
-Als der Bauer seinen ersten Topf leer und sie bei dem zweiten anfingen zu essen, kaute und schnupperte der Bauer herum, als wenn da was nicht in Ordnung wäreEr guckte seine Frau an: „Mensch, Trina, schmeckst du nichts? Mir dünkt mit den Anchovis ist was nicht auf der Reeg. Da fehlt was an. Auch sind sie so hart und fast.“+So güng he denn af.
  
-Dagegen waren die ersten doch zart und mehr wie Butterauch der Geschmack ist ganz anders. Da sagte er seiner Frau: „Die sind jedenfalls noch nicht gut und müssen noch eine Zeitlang stehen.“ Aber wie die ersten schmecken sie nicht, das war die Meinung des Bauern.+De Buer hett sien tweete fulle Putt kreegendüttmol ober ohne Kautabakssooß, denn dat Risiko wull he leewer nich noch eenmol ingohn.
  
-„Wenn ich zur Stadt komme do“sagte der Bauer„will ich doch mal mit Hein darüber sprechen und fragenob sie auch was daran vergessen haben.“+As de Buer sien irsten Putt leer un se bi de tweete anfangen doon to etenkau un snubber de Buer herümas wenn door wat ni mit in Ordnung weer. He kiek sien Fru an: „MinschTrina, smeckst du nix? Mi dücht mit de Anchovis is wat ni op de Reeg. Door fehlt wat an. Ok sünd se so hart un fast.“
  
-Und so kam das auch. Der Bauer verklagte Heinwie unterschiedlich der Geschmack von den ersten und den zweiten Topf warDer alte Hein hörte sich ruhig an, was der Bauer ihm daher erzählte. In Stille schmunzelte er sich einen, dann sagte er: „Ja, Hans Bauer, das kann ganz gut angehen, denn sieh mal, wir sind all ganz weit im Fröhjohr und dann nehmen die Fisch einen ganz anderen Geschmack an, das liegt an dem FröhjohrswasserDa ist nichts bitomoken. Eingemacht sind sie nach dem selbigen Rezept wie die ersten.+Doorgegen weern de irsten doch zart un möör wie Bodderok de Geschmack is ganz annersDoor see sien Fru: „De sind jedenfalls noch ni good un mütt noch een Tiedlang stohn.“ Ober wie de irsten smeckt se ni, dad weer de Buer sien Meenung.
  
-Lass dir man Zeit bis zum Winterwenn die Breedelntied und somit auch die Anchovistied istdann will ich dir wieder welche einmachen und du sollst sehendass sie dann wieder genau so schmecken wie die ersten.“+Wenn ick to Stadt komen do,“ see de Buerwill ick doch mol mit Hein doröber spreken un frogenob se ok wat daran vergeten hebbt.“
  
-Der Bauer hat das dann wohl auch geglaubt und war beruhigt.+Und so keem dad okDe Buer verkloor Hein, wie ünnerscheedlich de Geschmack vun de irsten un den tweeten Putt weer. De ool Hein hör sick ruhig an, wat de Buer em vertelln deh. In Stilln smüster he sick een, denn see he: „Ja, Hans Buer, dat kann ganz good angohn, denn süh mol, wi sünd all ganz wiet int Fröhjohr un denn nehmt de Fisch een ganz annere Geschmack an, dat liggt an dat Fröhjohrswater. Dor is nix bi to moken. Inmokt sünd se noh dat selbige Rezept as de irsten.“
  
-Noch lang hat der ol Hein sich einen höhgtdass er den Bauern mal so richtig angesmeert hattewie auch die schiedbüdelie mit dem Fröhjohrswasserwas er dem erzählt hatte.+„Loot di man Tied beet tom Winterwenn de Breedelntied un somit ok de Anchovistied isdenn will ick di werr welk inmoken un du sallst sehndat se denn werr genau so smeckt wie de irsten.
  
-Ein Anchovis mit Tabaksoße müsste nach dem Bauern sein Vertelln ja gorni son schlecht Rezept weenHein dachte bei sich: „Hans Bauer, du kannst dich op verloten, du kriegst wieder Anchovis mit Kautabaksoße. Da kannst du dich op verloten. Das steiht fast.“+De Buer hett dat denn wohl ok glöövt un weer beruhigt.
  
-Dass diese Geschicht wohr wesen istglaube ich allemol, denn der alte Hein sein Sohn Korl hat die Geschicht bei Hein Lorentzen in der Gaststuuv im Januar 1921 vertellt, wo 2 Rökeriebesitzers und 11 Fischers bi weern. Ich habe mir von Lorentzen Papier und Bliefedder gebenhabe die Sook mit Opschreben und dies Stück Papier habe ich hüüt noch bei meinem Kroom in der Schuuf liegen.+Noch lang hett de ol Hein sick een höögt, dat he de Buer mol so richtig ansmeert harr, wie ok de Schietbüdelie mit dat Fröhjohrswater, wat he em door vertellt harr. 
 + 
 +Een Anchovis mit Tabaksooß müßt noh den Buern sien Vertelln jo gorni son schlecht Rezept ween. Hein dach bi sick: „Hans-Buer, du kannst di op verloten, du kriggst werr Anchovis mit Kautabakssooß. Dor kannst di op verloten. Dat steiht fast.“ 
 + 
 +Dat düsse Geschicht wohr wesen isglööv ick allemol, denn de ool Hein sien Söhn Korl hett de Geschicht bi Hein Lorentzen in de Gaststuuv in de Januar 1921 vertellt, wo 2 Rökeriebesitzers un 11 Fischers bi weern. Ick heff mi vun Lorentzen Papier un Bliefedder geven lotenheff de Sook mit Opschreben un düt Stück Papier heff ick hüüt noch bi mien Kroom in de Schuuf liggen.
  
 Friedrich Daniel. Friedrich Daniel.

This website uses cookies. By using the website, you agree with storing cookies on your computer. Also, you acknowledge that you have read and understand our Privacy Policy. If you do not agree, please leave the website.

More information